Apfelsaft ist einer der beliebtesten Fruchtsäfte in der Oberrhein Region sowohl in Baden-Württemberg wie auch im Elsaß. Ein großer Teil der Äpfel stammt aus so genannten Streuobstwiesen, die nicht nur Heimat zahlreicher, zum Teil sehr alter Apfelsorten sind, sondern auch eine große Artenvielfalt zahlreicher Pflanzen und Tiere beherbergen.
In Baden Württemberg und im Elsass sind Streuobstwiesen ein wichtiger Bestandteil des Landschaftsbildes in den Vorbergzonen des Oberrheingebietes zwischen dem Schwarzwald und den Vogesen. Die Bäume sind in weiträumigen Abständen, über die Fläche „verstreut“ gepflanzt. Neben der Eingrünung der Flächen leisten Streuobstwiesen einen wichtigen Beitrag zur Mostobstproduktion und bieten gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sie haben einen hohen Erholungswert und schützen gleichzeitig Boden und Wasser, denn in den meisten Fällen werden keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
Die Hauptmenge des Streuobstes wird für die Produktion von Fruchtsaft eingesetzt, allen voran der Apfel. Etwa 250 Mio. Liter Apfelsaft und damit die Hälfte der deutschlandweiten Produktion werden in den rd. 120 baden-württembergischen Mostereien abgefüllt. Zur Herstellung von 1 Liter Apfelsaft werden ca. 1,5 kg Äpfel benötigt. Die angelieferten Äpfel werden zunächst auf ihre Qualität überprüft. Anschließend werden sie gewaschen und verlesen. In der Mühle werden sie zu Maische verarbeitet und durch Pressen wird der „naturtrübe“ Saft gewonnen, der direkt abgefüllt wird und noch Fruchtfleischteilchen enthält.
Ein guter Apfelsaft erfordert Apfelsorten, die besonders zur Produktion von Fruchtsaft geeignet sind. Dazu zählen Apfelsorten wie „Jona Gold“ und „Royal Gold“, „Kaiser Wilhelm“, „Roter Boskoop“, „Rheinischer Bohnapfel“ oder der „Rote Trierer Weinapfel“, Sorten die beidseits des Rheins im Oberrheingebiet zu Hause sind.
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum